Kleinbahnbetrieb war ein Meilenstein in der Ortsgeschichte

Der ehemalige Weilermer Bahnhof  ist heute das gemütliche Vereinsheim des Kleintierzüchtervereins

Weiler800JahreKleinbahn001Dabei datieren erste Überlegungen und Schriftstücke bereits auf das Jahr 1893. In einer Verhandlungsniederschrift vom 12. Oktober 1897 geht es dann schon um den Grunderwerb und die Entschädigung für Obstbaumbesitzer. Der Bahnbau erfolgte dann ab 1898 durch die Badische Lokaleisenbahngesellschaft AG (Bleag). Am 2. Januar 1900 konnte die Strecke Ittersbach – Brötzingen in Betrieb genommen werden. Am 2. Juli 1901 erfolgte dann die Inbetriebnahme der Strecke Brötzingen – Pforzheim. Von 1909 bis 1911 wurde die Strecke elektrifiziert. 1919 jedoch wieder auf Dampf umgestellt. In den 1920er Jahren drohte der Bleag die Betriebsstillegung. Diese konnte jedoch bis 1930 hinausgezögert werden. Ab 1931 übernahm die Stadt Pforzheim die Kleinbahn. Als beliebte Panoramabahn befördert sie sonntags auch die Ausflügler in die Umlandgemeinden. Entlang der Strecke reihten sich die Haltestationen Bahnhöfe und Lagerschuppen aneinander. Durch Materialknappheit in den Kriegsjahren war der Betrieb allerdings recht schwierig. Erst mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in den 1950er Jahren besserten sich die Verhältnisse wieder. Allerdings wurde der Kleinbahnbetrieb durch den zunehmenden Individualverkehr immer unwirtschaftlicher. Der Betreiber die Stadt Pforzheim wollte auch nicht mehr in den Schienenverkehr investieren, sodass das Ende absehbar war. Mit dem Tornado 1968 der auch verschiedene Streckenabschnitte stark beschädigt hatte, war das Ende besiegelt. Die Stadt verkaufte die Strecke und Baulichkeiten an die Gemeinde. So wurde der Ottenhäuser Bahnhof an der Hauptstraße 26 in Weiler nach Weiterverkauf zum einem privaten Wohnhaus und der Bahnhof Weiler an der Schlossstraße wurde zum Kleintierzüchtervereinsheim umgebaut.

Weiler800JahreKleinbahn005Die Streckenabschnitte im Außenbereich wurden als Feld- und Radweg ausgebaut. Die um 1990 an der Hauptstraße 24 errichtete Bahnhofsgaststätte wurde zunächst weiterbetrieben und ist heute im Besitz der Gemeinde als Pizzeria verpachtet. Dem Vernehmen nach sind die Tage des Gebäudes allerdings gezählt. Es soll nämlich abgerissen und einer Wohnbebauung zugeführt werden. Ein Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest.